bat-studiotheater Hochschule für Schauspielkunst Berlin Ernst Busch
 
bat-studiotheater der hochschule für schauspielkunst berlin ernst busch

- P R E M I E R E -
MI 23. Mai 2007, 20.00 Uhr + 24. Mai, 20:00 Uhr

Tonight: Lulu Live nach Frank Wedekind
Regie: Maria Magdalena Ludewig
Bühne: Urs Amadeus Ulbrich
Kostüme: Susanne Jakob
Dramaturgie: Martin Hammer
Es spielen: Manja Kuhl*, Xenia Tiling*, Lulu Ransom
Sebastian Haase, Joachim Kappl, Niklas Kohrt, Peter Per und Michael Pietsch
(* Studierende der Abt. Schauspiel)

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Wenn wir lieben könnten.
Mach was aus dir, mach was aus deinen Talenten, verwirkliche Dich selbst! Habe Erfolg!
Das sind die Ansprüche, die an uns gestellt werden und die wir längst bereitwillig verinnerlicht haben. Doch wurde das eigene Potential optimal genutzt oder nicht? Was habe ich verpasst? Wer ist besser? Bin ich schön? Die tägliche, ständige und erregte Befragung des eigenen Ichs kann schnell zu einer Last werden. Denn all das Eigene wird zum fraglichen „Material“: der eigene Körper, die eigene Intelligenz, der Charme, die Jugend, die Gefühle, selbst der Lebensentwurf oder die Partnerwahl. Und all dieses Material wird - ist es brauchbar, oder besser: verwertbar? - zum Kapital in einem Spiel der Attraktivität. Wer das Spiel der Projektionen beherrscht gewinnt, doch was, wenn man nicht mehr gewinnen will, wenn die Sehnsucht nach Hingabe, Erkennen und Freiheit übermächtig wird? Liebe wäre ein Ausweg, vielleicht, doch wie sie leben? Wie sie finden? Und was ist eigentlich authentisch? Aufhören zu spielen?


Wedekinds „Lulu“ ist eine Welt der Liebes-, Lebens- und Gefühlskapitalisten, sich zerfleischender elastischer Egoisten, die noch im Tod versuchen, gute Figur zu machen und doch unbelehrbar für ihre Sehnsucht sterben.

Werden Sie Voyeur und Zuschauer im neu eröffneten Roxy, dem Spielplatz der narzißtischen Selbstdarsteller und Artisten, auf der Suche nach der vielleicht letzten Utopie.

"Ich wünsche nur, was ich bereits besitze. So grenzenlos ist meine Liebe, so tief das Meer, je mehr ich gebe, je mehr auch hab ich: beides ist unendlich." (Romeo und Julia, Shakespeare)

Maria Magdalena Ludewig (Regie):

geboren 1982 in Lübeck. 2001-2003 Studium der Philosophie, Germanistik und Medienkultur in Hamburg. Regieassistenzen u. a. bei Nicolas Stemann und am Goethe Institut. Erste eigene Inszenierung in Hamburg, "Bittersweet", Uraufführung eines Stückes aus der Schreibwerkstatt des Hamburger Schauspielhauses (2002), es folgten "Nichtschwimmer am Beckenrand" (2003) nach Jelinek und "Ich liebe dich 0'58", UA ebenfalls Schreibwerkstatt, gefördert von der Bucerius ZEITStiftung Hamburg (2003), beides im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses Hamburg.

Seit 2003 Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Neben den Arbeiten innerhalb des Studiums, ("Zeit zu lieben/Zeit zu sterben", "Vorher/Nachher", "Kabale und Liebe", "Hamlet", "Fräulein Julie") verwirklichte sie eigene Projekte wie "EXIL/KONSUM/MESSE" (2004) im Atombunker unter dem Hamburger Hauptbahnhof und "Pas de deux" (2005) nach Koltès im Theaterdiscounter Berlin. Am bat-Studiotheater Berlin inszenierte sie "Der Nibelunge Nôt" nach Hebbel. Die Inszenierung wurde eingeladen zur Woche Junger Schauspieler in Bensheim und dem Young Actors Project in Salzburg 2006. Im Sommer 2006 inszenierte sie "Die Flut - ein Ersatzrequiem" in der Klosterruine am Alexanderplatz in Berlin.

Von der ersten Inszenierung an arbeitete sie zusammen mit dem Bühnenbildner und bildenden Künstler Urs Amadeus Ulbrich, gemeinsam entstand die Konzeption einer Theaterform, die sich an der Arbeit mit dokumentarischem Material und modernen Texten ausrichtet, sowie neben Schauspielern vor allem Chöre mit einbindet und stets den Bezug zu einem speziellen Ort und Umfeld sucht. Beginnend mit den ersten Arbeiten am Hamburger Schauspielhaus bildete sich ein Ensemble, von acht Schauspielern das seitdem bei allen freien Projekten zusammenarbeitete und so die Arbeitsweise kontinuierlich weiterentwickeln konnte. Zu diesem Ensemble gehören: Xenia Tiling, Judith Goldberg, Manja Kuhl, Niklas Kohrt, Yuri Englert, Michael Pietsch, Sebastian Haase und Alwara Höfels. Seit 2006 gehört außerdem der Dramaturg Martin Hammer zu diesem Team.