|
-
P R E M I E R E -
29.Januar 2004 20.00 Uhr
WERWOLF
von Rainer Werner Fassbinder und Harry Baer
Regie
Enrico Stolzenburg
Bühne Katrin Hieronimus
Kostüme Heike Keinath
Musikalische Leitung Matthias Klünder
Es
spielen Christine Gloger, Katrin Heller, Bernhard Geffke,
Patrick Güldenberg, Götz Schulte
Für Fotos in Druckauflösung bitte klicken.


DAS
STÜCK
Fassbinder
und Baer sezieren in ihrem Stück die gesellschaftliche Realität
eines jungen Mannes, der als Kriegsheimkehrer zum Mörder
wird. Unter der Oberfläche des Alltäglichen zeigen
sie den Abgrund einer Dorfgemeinschaft, die sich als ein System
von Abhängigkeitsverhältnissen darstellt und keine
Querdenker duldet. In 28 atemlos aneinander gereihten Bildern
konturieren die Autoren mit ihrer gnadenlosen Analyse ein ungeschminktes
Spiegelbild unseres Zusammenlebens: Menschliche Beziehungen als
Geflecht brutaler Ausbeutung und gegenseitiger Unterdrückung.
Zugrunde liegt dem Stück eine Begebenheit aus dem 16.Jahrhundert:
Ein Knecht erschlug Menschen, achtzig sollen es gewesen sein. Die Umwelt
stempelte ihn zum Werwolf. Franz Wals, dieser Werwolf, könnte
auch ein Kind unserer Zeit sein: noch immer leben wir in einer Gesellschaft,
die auf ökonomischer Gewalt basiert und Krieg führt, wenn ökonomischer
Druck nicht mehr ausreicht; die Abhängigkeitsverhältnisse nicht
nur duldet, sondern sich auf ihnen gründet; die sich auf christliche
Werte als ihren Moralkodex beruft, aber die Hoffnung auf Glück ins
Jenseits verlagert.
Diese Vorlage dient dem Regieteam zur Abbildung der Realität als
ein Schauermärchen zwischen Demut und Blutrausch.
DIE SCHAUSPIELER
Christine
Gloger, geboren und aufgewachsen in Schwerin, studierte an der
Theaterhochschule Leipzig. Ihr erstes Engagement führte
sie nach Meiningen. 1959 von Helene Weigel ans Berliner Ensemble
verpflichtet, wurde sie schnell zu einer der prägenden Schauspielerinnen
dieser Bühne, der sie dann über vier Jahrzehnte angehörte.
Neben ihrer Tätigkeit am Berliner Ensemble übernahm
Christine Gloger unter der Regie von Ruth Berghaus eine Reihe
von Aufgaben als Schauspielerin und Sängerin an der Deutschen
Staatsoper Berlin. Gegenwärtig arbeitet sie vorzugsweise
am Theater 89.
Katrin
Heller wurde 1969 in Berlin geboren. Nach ihrer Lehre zur Facharbeiterin
für Schreibtechnik und Tätigkeit als Sekretärin
studierte sie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst
Busch. Von 1995-2000 war sie festes Ensemblemitglied am
Bremer Theater. Katrin Heller arbeitet seit drei Jahren freischaffend
und spielte als Gast am Schauspiel Bonn, an den Kammerspielen
des Deutschen Theaters und an den Freien Kammerspielen Magdeburg.
Bernhard
Geffke wurde 1950 in Berlin geboren. Neben der Schule, der Lehre
und späteren Tätigkeit als Zerspanungsfacharbeiter
spielte er beim Pioniertheater, Pionierkabarett und Jugendkabarett
der Distel. Nach Abschluss der Schauspielschule (die
heutige Ernst Busch) wurde er 1971 in Chemnitz engagiert.
Er wechselte 1984 an das Hans-Otto-Theater Potsdam, wo er bis
1990 blieb. Seitdem arbeitet er hauptsächlich für das
Theater 89.
Patrick
Güldenberg wurde 1979 in Hamburg geboren und absolvierte
seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und
Theater Hannover. Noch während dieser Zeit spielte er in
verschiedenen Film- und Theaterproduktionen, darunter in dem
Film Sonnenallee und die Hauptrolle in Plastilin von
Wasilij Sigarew am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Seit Beendigung
seines Studiums im Sommer 2003 lebt er freischaffend in Berlin.
Götz
Schulte wurde 1958 in Halle geboren. Nach dem Studium an der
Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin
folgten feste Engagements am Staatstheater Schwerin und an den
Städtischen Bühnen Chemnitz. Schließlich kam
er 1989 an das Berliner Ensemble, wo er bis 2001 engagiert war.
Götz Schulte spielte in Inszenierungen namhafter Regisseure
wie Einar Schleef, George Tabori und Peter Zadek. Seit 2001 arbeitet
er freischaffend.
DER
REGISSEUR
Enrico
Stolzenburg wurde 1973 in Berlin geboren. Mit Werwolf inszeniert
er seine Abschlussarbeit als Student der Schauspielregie an der
Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.
Nach ersten Inszenierungen mit freien Theatergruppen und Festengagements
als Regieassistent am Berliner Ensemble und der Schaubühne
am Lehniner Platz inszenierte Enrico Stolzenburg an der Schaubühne
die deutschsprachigen Erstaufführungen der Stücke Nur
für Erwachsene und Das Ende der Zivilisation aus
dem Zyklus Suburban Motel von George F.Walker. Seine
Inszenierung von Heiner Müllers Quartett, die
im Oktober 2003 Premiere hatte, ist am Deutschen Nationaltheater
Weimar zu sehen.
Wir würden uns sehr über Ihren Besuch freuen.
Ihr bat-Studiotheater
|