Startseite der bat Studiobühne der HfS Berlin
Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin
  • Fr
  • 09
  • Dez 16
  • Veranstaltungsort
  • bat-Studiotheater »
  • Berlin - Prenzlauer Berg
 
  • Foto: Jennifer Hoyer. Alle Rechte vorbehalten.
  • Foto: Jennifer Hoyer. Alle Rechte vorbehalten.
Freitag, 09. Dezember, 20:00 Uhr

Leonce 
und Lena von Georg Büchner

Inszenierungsprojekt II / Regie

 

Heute ist doch alles gleich, es ist wirklich alles gleich und was nicht gleich ist, wird noch gleich. Innen, Außen, Aussehen, Wirkung, kein Unterschied überlebt den Vergleich und wird gleich gemacht. Das Andere zum Selben und damit austauschbar. Die Dinge, die Menschen. Das schreiben viele. Das ist oft zu lesen und es wird wohl auch so sein. Und das Problem, der Wert, die Stimulation, kommt dann, wenn alles gleich, wenn alles austauschbar ist, langsam abhanden, ist dann irgendwo, aber nicht mehr hier, wo wir dachten, dass sie hingehört, und dann ist alles taub, man sieht die Dinge noch, aber einen Reiz, einen Reiz haben sie nicht mehr. Man kennt das. Überfluss, Globalisierung, Anpassung, Steigerung, Optimierung usw. usf. Jeder Funke an schöpferischer Energie – sofort – institutionalisiert. In Konzernen, in Start-ups und Universitäten und Dings und Bums und Dings. Und dann sprechen wir von Langeweile. Aber hier hat niemand Muße, sich über Langeweile zu unterhalten, wenn wir über Wut sprechen können, über die Ungeduld, über die Alternativen, die ständig gesucht werden, aber nicht kommen wollen, und die Wut über endloses Sprechen darüber, wie es denn nun geht und dass es dann schon kommt – das Leben.

Büchner erzählt in seinem Lustspiel von Prinzessin Lena von Pipi und Prinz Leonce von Popo. Sie kennen sich nicht, sind aber zur gemeinsamen Ehe bestimmt; eine Aussicht, die sie natürlich in die Flucht treibt. Schnell weg, am besten nach Italien. Auf dem Weg dahin laufen sie einander in die Arme. Fragwürdig und freiwillig tun sie, wozu sie gezwungen werden sollten. Aus dem bitteren Märchen macht Georg Büchner einen Witz, der ein einziges Opfer hat: den Menschen auf der Suche nach Sinn.

 

Regie, Bühne und Kostüme: Korbinian Schmidt 4. Stj. Regie HfS

 

Künstlerische Mitarbeit: Franz-Xaver Mayr.

 

Video: Elmar Szücs.

 

Ausstattungsassistenz: Anastasia Antonenk.

 

Mit: Katharina Behrens, Nehle Breer, Sally Cowdin, Jürgen Huth, Judith Nagel, Johannes Schäfer, Johannes Sima.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch den Deutschen Bühnenverein, Landesverband Berlin.  

 

 

 

 

Dauer: ca. 65 Minuten.

« Zurück | Kalender »